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Ziele im Fokus

  • Nachhaltiger Konsum
  • Massnahmen zum Klimaschutz
Prof. Dr. Ekkehard Schiefer

Die Produktentwicklung hat einen erheblichen Einfluss auf die Umweltwirkungen eines Produktes. Um ökologische Schwachstellen frühzeitig identifizieren, geeignete konstruktive Maßnahmen rechtzeitig ergreifen und so die Umweltbeeinträchtigungen über den gesamten Produktlebensweg minimieren zu können, ist es wichtig, bereits in diesem frühen Stadium wirksame und effiziente Methoden zur Abschätzung der zu erwartenden Umweltbeeinträchtigungen einzusetzen. Oft ist es zu diesem Zeitpunkt nicht immer möglich oder aus Zeit- und Kostengründen zu aufwendig, umfassende Ökobilanzen durchzuführen; daher haben Kurzbilanzierungsmethoden eine besondere Bedeutung.

Kurzbilanzierungsmethoden berücksichtigen jedoch oft nur einzelne Umweltaspekte der Fertigungsprozesse und nur sehr eingeschränkt Prozesse zur Behandlung der Abfälle bzw. Reststoffe. Sie werden deswegen beim EcoDesign unkritischer eingeschätzt als sie tatsächlich sind. Hinzu kommt, dass die Auswahl der angebotenen Prozesse in Kurzbilanzierungsmethoden sehr klein ist, so dass nicht verfügbare Fertigungs- und Abfallbehandlungsprozesse durch oftmals nicht repräsentative Prozesse substituiert und daher nur eingeschränkt realitätsnah ökologisch bewertet werden. Beides führt zu zum Teil erheblichen Unsicherheiten in der Anwendung derartiger Methoden und lässt Optimierungspotenziale unerkannt.

Das Forschungsprojekt soll dazu beitragen, die Unsicherheiten bei der Kurzbilanzierung zu verringern und dafür in ausreichender Zahl Kurzbilanzierungswerte für ausgewählte Fertigungs- und Abfallbehandlungsprozesse zur Verfügung zu stellen, die alle relevanten Umweltbeeinträchtigungen berücksichtigen. Bestehende Bilanzierungsansätze werden dazu auf Referenzprozesse übertragen, deren Umweltwirkungen bilanziert und zu den einfach zu handhabenden Kurzbilanzierungswerten Eco-Indicator und Carbon-Footprint aggregiert.