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CO₂ pro Fläche und Hochschulangehöriger / Hochschulangehörigem

Ziel ist es, bis 2030 die Hochschule CO₂-neutral zu stellen – ein wichtiger Aspekt, um Nachhaltigkeit authentisch zu leben.

In den vergangenen 10 Jahren hat die Frankfurt UAS ihre CO₂-Emissionen halbiert; der Bezug von Ökostrom hat uns mit Blick auf die CO₂-Emissionen zur vorbildlichsten Hochschule in Hessen werden lassen.

Innerhalb von fünf Jahren (2009 bis 2014) hat die Frankfurt UAS ihren CO₂-Ausstoß von rund 2.500 auf ca. 1.000 Tonnen pro Jahr reduziert, also um 66 %. Nach einem leichten Anstieg auf 1.500 Tonnen gilt es, diese Menge in den kommenden 10 Jahren zu reduzieren, um die CO₂-Neutralität zu erreichen.

Bislang wurden CO₂-Einsparungen insbesondere über externe Effekte erreicht. Dies waren insbesondere die Umstellung auf Ökostrom im Jahre 2010 sowie der Bezug von Fernwärme im Jahr 2019. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, muss künftig konsequent Energie eingespart und das Mobilitätsverhalten verändert werden. Angedacht ist die Nutzung intelligenter Thermostate mit Bewegungsmelder, die den Energieverbrauch in Abhängigkeit von der Raumnutzung regeln. Allerdings werden sich Energieverbräuche nicht gänzlich reduzieren lassen; daher müssen CO₂-Emissionen kompensiert werden, etwa durch das Pfl anzen von Bäumen in der vietnamesischen Partnerhochschule (siehe Seite 14, Maßnahmenübersicht)

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Mit Blick auf die CO₂-Emissionen pro Quadratmeter Nutzfl äche – knapp 90.000 m² – steht die Frankfurt UAS mit 16,1 kg/m² unter den 13 staatlichen Hochschulen in Hessen hervorragend da. Dies ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die Frankfurt UAS mit vergleichsweise geringen Flächen pro Hochschulangehörigem auskommen muss.

„Unser Ziel ist es, bis 2030 eine CO₂-neutrale Hochschule zu werden, um als Stakeholder und Akteur in der Metropolregion FrankfurtRheinMain Nachhaltigkeit authentisch vorzuleben.“

Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich
Präsident Frankfurt University of Applied Sciences

Im Jahr 2019 hatten wir 15.045 Studierende und 749 Beschäft igte. Bezogen auf die Gesamtheit der Hochschulangehörigen sind wir mit einem spezifi schen CO₂-Ausstoß von 91,3 kg pro Hochschulangehörigem auch bei diesem Wert die Hochschule mit den geringsten CO₂-Emissionen.

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* Quelle: Person, Ralf-Dieter; Wöhning, Cord (2020): CO₂-Bilanz 2018 der Hessischen
Hochschulen – Einsatz von Energie und Kennzahlen. Projektbericht des
HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V.

Nachhaltiges Mobilitätsmanagement an der Frankfurt UAS

Durch die Vielzahl der Menschen, die täglich zum Campus pendeln, um dort zu arbeiten oder die Lehrveranstaltungen zu besuchen, ist die Frankfurt UAS ein erheblicher Verkehrserzeuger im Frankfurter Nordend. Ziel des Projektes war es, das Mobilitätsverhalten der Beschäftigten und der Studierenden an der Frankfurt UAS zu evaluieren und dieses durch die Etablierung eines Mobilitätsmanagements nachhaltig und langfristig zu verändern und die Verkehrsmittelwahl von Beschäftigten und Studierenden in Hinblick auf eine CO₂-freie Hochschule positiv zu beeinflussen. Dabei standen Elektromobilität, ÖPNV, Radverkehr, Parkraummanagement und Fußverkehr im Fokus.

Mit Hilfe verschiedener Erhebungen wurden eine Wohnortanalyse, eine Standortanalyse sowie eine Befragung der Studierenden und Beschäftigten durchgeführt. Hierbei wurde ebenfalls das Mobilitätsverhalten abgefragt. Die Erhebungen wurden im März 2017 (t(0)) und März 2018 (t(1)) durchgeführt.

Zwischen den zwei Befragungen ist eine Zunahme des ÖPNV-Wertes um 18 % zu beobachten. Der Pkw-Anteil im Modal Split ging um 15 % zurück. Dies bedeutet gleichzeitig, dass sich die absolute Anzahl der ÖPNV-Nutzenden in diesem Zeitraum um 50 % erhöht hat. Die absolute Zahl der Pkw-Nutzenden hat sich hingegen um 40 % reduziert. Wird von durchschnittlich 200 Arbeitstagen pro Jahr ausgegangen, so ergibt sich durch den Umstieg der Personen (MIV hin zu ÖPNV) eine jährliche Einsparung von rund 64.000 kg CO₂. Bei einem durchschnittlichen allgemeinen Pro-Kopf-Verbrauch von 8.990 kg CO₂ in Deutschland (IEA 2015), entsprechen die erzielten Einsparungen, welche lediglich durch den Wechsel des Verkehrsträgers auf dem Arbeitsweg erzielt werden, dem jährlichen Gesamt-CO₂-Ausstoß von sieben Personen.

Das „Nachhaltige Mobilitätsmanagement an der Frankfurt UAS“ hat vor allem das Bewusstsein der Studierenden und Beschäftigten an der Hochschule erreicht. Durch die verstärkte Präsenz der Themen „Mobilität“ und „Nachhaltigkeit“ haben diese an Stellenwert gewonnen.

Die vorgeschlagenen und teilweise bereits umgesetzten Maßnahmen konnten primär in der Zertifizierung „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ zum Einsatz kommen. Auch stärkt die Zertifizierung das Profil der Frankfurt UAS als attraktiven Arbeitgeber und verleiht ihr einen grundsätzlichen Imagegewinn. Zusätzlich stärkte das Projekt den hochschulinternen Forschungsschwerpunkt „Mobilität und Logistik“. Auch tragen die Maßnahmen zu einer Steigerung der Energieeffizienz und einer Senkung der Emissionswerte bei. Dies stärkt ebenfalls die Vision einer CO₂-neutralen Hochschule, welches das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen ist.

Für zukünftige Maßnahmen ist es elementar wichtig, dass diese eine gute Wahrnehmbarkeit besitzen. Diese Wahrnehmbarkeit sollte bei den Studierenden, bei Mitarbeitenden, bei der Hochschulleitung, jedoch auch bei externen Partnern erkennbar sein. Somit bieten die umgesetzten und wahrgenommenen Maßnahmen im Bereich „Mobilität“ das Potenzial, die Attraktivität der Hochschulen intern als auch extern im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereich zu stärken.

Textbeitrag „Nachhaltiges Mobilitätsmanagement an der Frankfurt UAS“ von Dr. Lola Freyer